Petrov Ahner
»First take Paris, second take Berlin«

Vernissage: 26. August 2021
Ausstellungsdauer: 27. August bis 8. Oktober 2021

Die Serien Paris 26th floor und Koinzidenzen sind fotografische Arbeiten aus dem direkten urbanen Umfeld des Fotografen. Nicht das Dokumentarische steht hier im Vordergrund, sondern das Momenthafte, das einzigartig Flüchtige und persönliche Stimmungen. Das Alltägliche und anscheinend Banale wird geheimnisvoll, poetisch, und wirkt auch irritierend.

“…2013, […] Der Fotograf blickte immer wieder aus einer Wohnung im 26. Stock eines Apartmenthauses, während die häufig beschlagenen Fensterscheiben den Kamerablick in die Tiefe des Stadtraumes störten und eher ins Melancholische verschoben. […] In Koinzidenzen verwandelt er den Bildraum noch expliziter in eine Fläche, die weder Ort noch Zeit zu definieren scheint[…]. Manche Aufnahmen sind abstrakt, andere bleiben realistisch und doch rätselhaft wegen der sich mehrfach überlagernden Realitäts- und Abbildungsschichten. Petrov Ahner friert die Alltagsmomente visuell ein, bevor sich die Türen der Busse und Bahnen öffnen und das zuvor so Schemenhafte sich für einen Moment personalisiert, aber weiterhin kaum fassen lässt. Ihn interessieren die flüchtigen und zufälligen Begegnungen einander unbekannter Menschen, die in dieser Form wohl nur ein Fotograf oder Schriftsteller mit besonderem Blick so exzellent einfangen kann […]” Dr. Matthias Harder, Kurator Helmut Newton Stiftung, Textauszug zu Koinzidenzen, 2018


 




Bernd Walz
»Pure Photography«

Vernissage: 14. Oktober 2021
Ausstellungsdauer: 15. Oktober bis 23. Dezember 2021

Ohne Licht kein Foto, denn Fotografie ist “Malen mit Licht”. Licht selbst ist abstrakt. Bernd Walz zeigt in seiner Ausstellung “Pure Photography” abstrakte, reine “Lichtbilder”. Seine Kamera bildet keine realen Objekte ab, dokumentiert keine außerfotografische Wirklichkeit. Nur das Licht hinterlässt auf dem Kamerachip eine Spur seiner selbst, so wie der Bauhaus Meister L. Moholy-Nagy bereits 1927 schrieb (sinngemäß): “… die lichtempfindliche Platte (heute der Kamerachip) fixiert das Licht, welches durch Spiegel, Linsen, transparente Kristalle oder Ähnliches modelliert wurde”. Das Projekt “Pure Photography” liegt in der Tradition dieser Idee. Bernd Walz nutzt die physikalischen Eigenschaften des Lichts, um die künstlerischen und ästhetischen Möglichkeiten einer “Reinen Fotografie” zu untersuchen. Der Kamerachip registriert einen Lichtstrahl, der durch eine Lochblende, einen Spalt, ein Gitter oder eine sphärische Linse etc. modelliert wurde. So entstehen auf dem Kamerachip geometrische Lichtmuster.

Viele dieser reinen “Lichtbilder” sind nicht nur ästhetisch, sie können auch mit der Wahrnehmung der Betrachter spielen. Da unser Gehirn reflexhaft versucht in den gegenstandslosen Fotos Assoziationen zur realen Welt zu finden, interpretiert es Helligkeitsunterschiede fälschlicherweise als räumliche Information oder es “sieht” weite Landschaften. Wieder andere Bilder vibrieren und klingen wie Musik für die Augen.

Der pensionierte Biologe Bernd Walz arbeitet an diesem fotografischen Projekt seit 2016. Inzwischen ist ein reiches Portfolio aus mehreren Werkgruppen entstanden, aus denen er ausgewählte Bilder ausstellt. Er selbst sagt: “Meine spielerische Arbeit am Projekt “Pure Photography” ist eine sehr persönliche und spannende Reise, die in neue Bildwelten führt – Bildwelten, in denen die Kamera ihre traditionelle, dokumentarische Funktion verloren hat.”