Matthias Bednasch
»Szenerie – Architekturfotografien aus Potsdam«

Vernissage: 25. August 2022
Ausstellungsdauer: 26. August bis 7. Oktober 2022

“Szenerie” ist in dieser Ausstellung nicht im wort ursprünglichen Sinn von „Schauplatz eines Geschehens“ zu verstehen, sondern viel mehr im wörtlichen Sinn von „Szene“. Die Arbeiten dieser Ausstellung zeigen bekannte Potsdamer Gebäude, die bereits in der gewohnten Ansicht kulissenartig daherkommen. Mit der monochromen Darstellungsweise wird dieser Eindruck noch verstärkt. Damit entsteht eine Atmosphäre, die einen förmlich in eine Filmszene zu saugen scheint. Die freistehend inszenierten Gebäude erinnern ganz unweigerlich an sogenannte „Stills“ — Standbilder, die während einer Filmproduktion entstehen. Dieser surreale Effekt, betont die Struktur und die Ästhetik der Gebäude. Potsdamer *innen werden in dieser Ausstellung Sehenswürdigkeiten wie die Glienicker Brücke, das Neue Palais oder die Gerichtslaube im Park Babelsberg mit neuen Augen betrachten. Für Tourist*innen bietet der cineastische Blick des Fotografen eine hervorragende Ergänzung zum Besuch der „Filmstadt“.

Matthias Bednasch lebt und arbeitet als Architekt in Potsdam und Berlin. „Der Mix aus heterogenen Strukturen und spannender Geschichte prädestiniert Potsdam sich mit der Stadt fotografisch auseinanderzusetzen“, sagt der Fotograf. In seinen Arbeiten spiegeln sich vor allem seine große Leidenschaft für Architektur, Design und Minimalismus wider. Dabei reduziert er seine Darstellungen fast ausschließlich auf monochrome Schwarzweißfotografie. Für ihn bietet das die beste Möglichkeit Bilder und Objekte bewusst hervorzuheben. Seine Arbeiten sind darüber hinaus besonders inspiriert von klassischen Architekturdarstellungen des 19.Jahrhunderts. Was bleibt sind zeitlose Fotografien, die viel Interpretationsspielraum für die Betrachter*innen lassen. Matthias Bednasch lotet als Autodidakt spielerisch die Möglichkeiten der modernen Fotografie aus.

Mehr von Matthias Bednasch findet ihr auf seiner Webseite




 






Jon Andoni Juarez García
»Das Herz der Kaserne«

Vernissage: 05. Mai 2022
Ausstellungsdauer: 06. Mai bis 17. Juni 2022

Dies ist eine Geschichte über Toleranz, Respekt und Liebe. Eine Geschichte über Bindungen, Freundschaft und Veränderungen. Es ist die Geschichte einer kleinen Gruppe von Familien, die 2015 nach Berlin kamen, um nach der Flucht vor Krieg und Verfolgung in ihren Heimatländern ein neues Leben in einer neuen Kultur zu beginnen. Es ist die Geschichte eines Naturfotografen, dessen Leben sich dank dieser Familien und vor allem ihrer Kinder verändert hat. Angefangen hatte alles mit einem Job als Sportpädagoge für Flüchtlingskinder in der alten Militärkaserne in Berlin-Spandau. Am Anfang war es nur ein Job, und die Erwartungen daran waren ziemlich gering, doch mit der Zeit wurde es zu sehr viel mehr…




 






Bernd Walz
»Pure Photography«

Vernissage: 14. Oktober 2021
Ausstellungsdauer: 15. Oktober bis 23. Dezember 2021

Ohne Licht kein Foto, denn Fotografie ist “Malen mit Licht”. Licht selbst ist abstrakt. Bernd Walz zeigt in seiner Ausstellung “Pure Photography” abstrakte, reine “Lichtbilder”. Seine Kamera bildet keine realen Objekte ab, dokumentiert keine außerfotografische Wirklichkeit. Nur das Licht hinterlässt auf dem Kamerachip eine Spur seiner selbst, so wie der Bauhaus Meister L. Moholy-Nagy bereits 1927 schrieb (sinngemäß): “… die lichtempfindliche Platte (heute der Kamerachip) fixiert das Licht, welches durch Spiegel, Linsen, transparente Kristalle oder Ähnliches modelliert wurde”. Das Projekt “Pure Photography” liegt in der Tradition dieser Idee. Bernd Walz nutzt die physikalischen Eigenschaften des Lichts, um die künstlerischen und ästhetischen Möglichkeiten einer “Reinen Fotografie” zu untersuchen. Der Kamerachip registriert einen Lichtstrahl, der durch eine Lochblende, einen Spalt, ein Gitter oder eine sphärische Linse etc. modelliert wurde. So entstehen auf dem Kamerachip geometrische Lichtmuster.

Viele dieser reinen “Lichtbilder” sind nicht nur ästhetisch, sie können auch mit der Wahrnehmung der Betrachter spielen. Da unser Gehirn reflexhaft versucht in den gegenstandslosen Fotos Assoziationen zur realen Welt zu finden, interpretiert es Helligkeitsunterschiede fälschlicherweise als räumliche Information oder es “sieht” weite Landschaften. Wieder andere Bilder vibrieren und klingen wie Musik für die Augen.

Der pensionierte Biologe Bernd Walz arbeitet an diesem fotografischen Projekt seit 2016. Inzwischen ist ein reiches Portfolio aus mehreren Werkgruppen entstanden, aus denen er ausgewählte Bilder ausstellt. Er selbst sagt: “Meine spielerische Arbeit am Projekt “Pure Photography” ist eine sehr persönliche und spannende Reise, die in neue Bildwelten führt – Bildwelten, in denen die Kamera ihre traditionelle, dokumentarische Funktion verloren hat.”




 






Petrov Ahner
»First take Paris, second take Berlin«

Vernissage: 26. August 2021
Ausstellungsdauer: 27. August bis 8. Oktober 2021

Die Serien Paris 26th floor und Koinzidenzen sind fotografische Arbeiten aus dem direkten urbanen Umfeld des Fotografen. Nicht das Dokumentarische steht hier im Vordergrund, sondern das Momenthafte, das einzigartig Flüchtige und persönliche Stimmungen. Das Alltägliche und anscheinend Banale wird geheimnisvoll, poetisch, und wirkt auch irritierend.

“…2013, […] Der Fotograf blickte immer wieder aus einer Wohnung im 26. Stock eines Apartmenthauses, während die häufig beschlagenen Fensterscheiben den Kamerablick in die Tiefe des Stadtraumes störten und eher ins Melancholische verschoben. […] In Koinzidenzen verwandelt er den Bildraum noch expliziter in eine Fläche, die weder Ort noch Zeit zu definieren scheint[…]. Manche Aufnahmen sind abstrakt, andere bleiben realistisch und doch rätselhaft wegen der sich mehrfach überlagernden Realitäts- und Abbildungsschichten. Petrov Ahner friert die Alltagsmomente visuell ein, bevor sich die Türen der Busse und Bahnen öffnen und das zuvor so Schemenhafte sich für einen Moment personalisiert, aber weiterhin kaum fassen lässt. Ihn interessieren die flüchtigen und zufälligen Begegnungen einander unbekannter Menschen, die in dieser Form wohl nur ein Fotograf oder Schriftsteller mit besonderem Blick so exzellent einfangen kann […]” Dr. Matthias Harder, Kurator Helmut Newton Stiftung, Textauszug zu Koinzidenzen, 2018